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Details im Dom (2)        

        

Vierzehn-Heiligen-Fenster          

Das Weihnachtsbild aus dem Vierzehn-Nothelfer-Fenster hatte uns auf die Frage gebracht: Stammt die Darstellung der 14 Nothelfer und die Darstellung des "gekreuzigten Christuskindes" von ein und demselben Künstler? Thema und Darstellung scheinen so unterschiedlich. Eines war sicher: Mit dem Vierzehn-Nothelfer-Fenster hatte der ehemalige Nordhäuser Winfried Warm- ke etwas zu tun. Er war um 1949/50, als dieses Fenster und auch die Chorfenster der benach- barten Blasii-Kirche entstanden, Schüler von Professor Domke, der im Judenturm an der Stadtmauer eine Kunstschule unterhielt. Doch wer hat das Fenster entworfen, wer hat es an- gefertigt? Wo überhaupt war Winfried Warmke abgeblieben? Jahrelang war seine Berliner Adresse bekannt. Dann schien er verschollen. Die Frage nach der Geschichte des Fensters machte die Suche nach dem Künstler um so dringlicher, und es gelang tatsächlich, ihn aus- findig zu machen und zu befragen. Hier einige Angaben aus seinem Brief: "Die Datierung des Entwurfes und die Herstellung scheint mir mit 1950 sicher. Der Hersteller war die Firma Müller, Quedlinburg. Die gleiche Firma hat auch die Fenster von St. Blasii hergestellt, Entwurf Martin Domke. Dabei habe ich assistiert und somit das Metier kennen gelernt ..." Soviel zur Entstehung des Fensters. Da bleibt aber immer noch die Frage nach dem "gekreuzigten Jesuskind" im Maßwerk des Fensters. Dazu schreibt Winfried Warmke Folgendes: "Es war meiner Meinung nach sein, d.h. des damaligen Dechanten Dr. Josef Maria Werners Wunsch, im abschließenden oberen Teil einen Jesusknaben abzubilden ... Die Art und Weise, wie das aussieht, ist mein Gedanke. Ich wollte, dass der Dom zum Heiligen Kreuz damit in Verbindung kommt ... Ich kann natürlich nicht ein kleines, hilfloses Kind ans Kreuz nageln, so fiel mir diese 'Bindung' an ein vorbestimmtes Schicksal ein ..." Über unsere Fragen entstand die Bindung an den ehemaligen Nordhäuser Winfried Warmke neu, und wir vervollständigen unser Wissen zu einem Kunstwerk unseres Domes, das wir in den kommenden Ausgaben des "Domboten" näher betrachten wollen.

 

Die Verehrung der 14 heiligen Nothelfer ist schon über 800 Jahre alt. Wann und wo man zuerst darauf gekommen ist, eine besondere Gruppe von Heiligen gemeinsam in schwerer Not und Bedrängnis anzurufen, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Auffällig ist allerdings, dass 11 der 14 Heiligen in den Verfolgungen unter Decius und Diokletian Ende des 3./ Anfang des 4. Jahrhunderts ihr Christsein bezeugten und dieses Zeugnis mit dem Leben bezahlten. Zu ihnen gehören die drei Heiligen, die wir links oben im 14-Nothelfer-Fenster unseres Domes finden: Achatius, Pantaleon und Margareta.

 

Detaillierte Informationen zu den Fensterausschnitten sind under folgenden Links zu finden:

      ►    Teil 1 (links oben) Achatius, Pantaleon, Margareta

      ►    Teil 2 (links mittig) Barbara und Dionys

      ►    Teil 3 (links unten) Christopherus und Cyriakus

      ►    Teil 4 (rechts oben) Vitus - Erasmus - Katharina

      ►    Teil 5 (rechts mittig) Blasius - Eustachius

      ►    Teil 6 (rechts unten) Georg -Ägidius

 

Texte zum Vierzehn-Heiligen-Fenster: Carla Buhl

Bilder: Pfarrer Richard Hentrich 

 

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