Sanierung 2018/2019

Licht am Ende des Tunnels?


Blick durch eine Kernbohrung im Kapitelhauspfeiler


Noch sind die letzten Pinselstriche aus der großen Domsanierung 2017/2018 nicht richtig getrocknet, tut sich ein neues Problem auf: Die zunächst nur ansatzweise erkennbare Rissbildung im Mauerwerk des Kreuzganges nimmt ernst zu nehmende Formen an.

Konkret handelt es sich um die Bruchsteinflanke an der Nordostecke des Kapitelhauses, in deren Anschlussbereich die im Jahr 1898 abgerissenen Probsteigebäude gelegen haben.




Hier muss schleunigst gehandelt werden, darüber sind sich die Fachleute einig.

In der Bauberatung am 10.08.2018 wurden deshalb weiterführende Festlegungen getrof-fen. Die Begutachtung des bereits partiell freigelegten Pfeilerfundamentes war deshalb wichtige Voraussetzung.


v.l.n.re.: Architekt Jörg-Peter Gottstein; Statiker Dr.-Ing. Jörg Diener; Bauamtsleiter Andreas Gold, Pfarrer Richard Hentrich


Darüber hinaus sind sogenannte Kernbohrungen mit einem Durchmesser von ca. 70 mm erforderlich, um letztlich das Innere des Mauerwerkes bewerten zu können. Der dabei gewonnene Inhalt wird später in einem Speziallabor untersucht, ein materialtechnisches Gutachten muss erstellt werden.

Kernlochbohrung


Bohrkerne, für das Labor kategorisiert



v.li.n.re.: Philipp Kreil; Andreas Gold; Dr. Jörg Diener
Philipp Kreil, Fa. DenkmalPlan Körner

In die Begutachtung werden auch die mittleren und oberen Segmente des Bruchstein-pfeilers  einbezogen. Die Anfertigung eines statisch-konstruktiven Gutachtens ist erforderlich, so das abschließende Ergebnis.

Bei einem erneuten Ortstermin am 5. September 2018 konnten schon erste Gutachten-auswertungen vorgenommen werden.

Das Materialgutachten der Materialforschungs- und Prüfanstalt an der Bauhaus-Universität Weimar bestätigte die schon vor längerer Zeit geäußerte Vermutung, dass als Ursache der Schäden die Treibmineralbildung zwischen dem um 1996 (Kapitel-haussanierung) verwendeten Mörtel und dem historischen Gipsmörtel anzusehen ist.

Schlagregen, allgemeine Luftfeuchte und aufsteigendes Kapillarwasser begünstigen dabei die Schadwirkung.

Die gute Nachricht: Das Statik-Gutachten des Ingenieurbüros für Baustatik und Grundbau, Erfurt, schließt als Schadensursache Fehler im Gründungsbereich wie auch bei den Auflasten aus.


Als Zeitrahmen für die Sanierungsarbeiten wird Ende Februar bis Ende Mai 2019 eingeplant.


Fotos: F.-Ulrich Börner

 

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